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44 Tage autark #40: Dunkelheit und Licht

SelbstgebackenesBrot

Das faszinierende Wechselspiel von Dunkelheit und Licht.

Der Blick nach dem Aufstehen in die Teigschüssel zeigt einen gut aufgegangen Teigling. Er ist seit 36h am Aufgehen. Ein Teig aus 500g frisch gemahlenem Dinkelkorn und 300g Weizen, Salz, Wasser und unserem milden Sauerteig. In den meisten Fällen lassen wir ihn 24h aufgehen, doch die Temperaturen waren im Schiff nicht allzu warm, was ihn langsamer wachsen lässt.
Das Thermometer zeigt an diesem Morgen 10 Grad.
Die Heizung ist aufgrund der Sturmböen über Nacht aus.
Jetzt heisst es, sich aus der Thermosflasche ein heissen Tee zu machen und später, wenn sich die Böen gelegt haben, ein Holz- oder Ölfeuer zu entfachen. Es ist erstaunlich, wie relativ Temperaturen sind, bzw. wie anpassungsfähig der menschliche Körper.
Und so brennt das Holzfeuer bald im Ofen und der Generator schnurrt um unseren Elektkroofen zu energetisieren. Der reife Brotteig wird geformt und in die auf 230Grad vorgeheizte Gusseisen Form fürs Backen gelegt.
Die Ankerbucht ist gut geschützt. Umso kurioser sind die heftigen Sturmböen, die gestern Abend hier in der Bucht einfielen, bei weniger hohen Vorhersagen. Wir sind froh, ist es heute ruhiger, ausser es kommt eine solche Böe gepaart mit viel Regen oder sogar Hagel.
Der Generator liefert auch noch warm Wasser, das David abends zum Duschen braucht. Mir schwebt vor morgen, wenn es ruhiger ist, mal wieder intensiver Kontakt zum Meerwasser aufzunehmen.
Wir vermuten, dass diese Bucht auch bei klarem Himmel keine Sonnenstrahlen sieht. Die Sonne ist noch immer sehr flach am Himmel und die waldigen Hügel der Insel, die uns vor dem Sturm schützen, stehen wohl auch im Sonnenlicht. Interessant einmal wieder einen Blick in die Sonnendaten zu werfen.
Sofern die Sonne sichtbar ist, klettert sie auf eine Höhe von 9 Grad über dem Horizont und der morgige Tag ist bereits um 5.30min länger. (zum Vergleich in Zürich sind es 24Grad über dem Horizont und täglich 2.30min länger Sonnenlicht).
Sonnenaufgang: 9.19 Uhr (Zürich 7:58Uhr)
Sonnenuntergang: 16.17 Uhr (Zürich 17.18 Uhr)
Die Tatsache das wir 330km in den Norden gesegelt sind (Luftlinie) macht unsere Tage auch um rund 40min kürzer als sie wären, wenn wir dort (in Stavanger) geblieben wären.
Mich fasziniert dieser einerseits rasante Wechsel zwischen den Extremen von Helligkeit im Sommer und Dunkelheit im Winter. Andererseits sind die Übergänge von Tag und Nacht durch den flachen Sonnenwinkel sanft und kaum spürbar, sowohl im Winter als auch im Sommer. Am 21. März werden die Tage bei euch und bei uns gleich lang sein.

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