44 Tage geteiltes Erfahren
Ein Projekt vom Winter 2024/2025
Was haben wir vor?
Wir teilen 44 Tage unser autarkes Leben. Autark in der winterlichen und stürmischen Wildnis von Norwegen über die dunkelste Zeit und den Neubeginn des Jahres. Ein Abenteuer ohne Lebensmittelläden, ohne Tankstelle, ohne Wasser- oder Stromanschluss durch Schnee, Eis und Stürme. Sei dabei bei den inneren und äusseren Herausforderungen.
Über das kalte Wasser trägt uns die selbstgebaute Yacht Aroha.
Vermutlich werden wir viel Zeit in geschützten Buchten und Naturhäfen verbringen. Oder wir segeln zum nächsten Ort.
Starten werden wir Mitte bis Ende Dezember 2024.
Wir gehen nicht offline, nein wir verbinden online.
Was suchen wir?
Die Erfahrung ist die Essenz und nicht der Survival-Trip. Das innere Erfahren steht gleichermassen im Vordergrund wie die Handhabung des Alltags und deren Herausforderung.
Dies ist keine Auszeit. Eher eine Vollzeit von innerem und äusserem Erfahren.
Eine Suche der Inspiration in der Ruhe der dunklen Jahreszeit.
Was sind die Herausforderungen?
Kälte und die Vereisung des Schiffes
Wind bis Orkanstärken
Heizung und Entfeuchtung
Nahrungsmittelversorgung für 44 Tage
Strom- und Wasserproduktion
So wie die Funktionserhaltung des Schiffes und unserem täglichen Wohlbefinden.
Hier die Blogbeiträge, die in den 44 Tagen autark auf dem Segelschiff im Winter entstanden
-
44 Tage autark #44: Sonne, Eis und Glaube
Der 44. Tag autark ist nun Erinnerung. Das Erleben der 44 Tage ist nun kein Glaube mehr, sondern es ist in Realität erfahren. Es gibt Tage, da liegt die Vorstellung und die Realität nicht beisammen. Im Erleben wird dies umso…
-
44 Tage autark #43: Die Hektik der Zeit reist in unseren Köpfen
Die verschluckende Mystik des gegenwärtigen Erfahrens auf alten, zeitlosen Wegen. Eine Wanderung zum Gipfel der Insel schwebt uns heute vor. Mit 1.5l Tee und Pistazien im Rucksack paddeln wir mit dem Beiboot an den schönen Anlegesteg vom Ferienhaus. Unsere Hände…
-
44 Tage autark #42: Aroha – unser Zuhause
Komplexe und gemütliche 24m2 Wohnfläche Warm leuchtet das Licht durch die grossen Salonfenster. An Deck ist es absolut still, am Ufer plätschert ein Bächlein. Das Wasser ist wie ein Spiegel. Eine Weile lausche ich dieser Kulisse, dann spüre ich die…
-
44 Tage autark #41: Nach den Böen folgt die Kreativität
Ein innerlich äusserst reicher Tag. Wir liegen schon im Bett, haben den Ofen aus aufgrund der Windvorhersagen und das heisse Wasser ist in der Thermosflasche bereit für morgen früh. Im Übergang von Wach und Schlaf heult plötzlich das Rigg, das…
-
44 Tage autark #40: Dunkelheit und Licht
Das faszinierende Wechselspiel von Dunkelheit und Licht. Der Blick nach dem Aufstehen in die Teigschüssel zeigt einen gut aufgegangen Teigling. Er ist seit 36h am Aufgehen. Ein Teig aus 500g frisch gemahlenem Dinkelkorn und 300g Weizen, Salz, Wasser und unserem…
-
44 Tage autark #39: Der richtige Ort
Zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Wurzeln geben eine enorme Standfestigkeit, jedoch nur auf geeignetem Untergrund. Leben spielt sich unterschiedlich an verschiedenen Orten. Vorhersagen bis 70kn in Orkanstärke sind jetzt prognostiziert in jener Region, wo wir vor einer Woche segelten….
-
44 Tage autark #38: Gewohnheiten
In der Hängematte zu liegen ist schöner als an die Finger zu frieren. Pünktlich als der Anker gelichtet ist und wir Kurs auf die Ausfahrt der Bucht nehmen, beginnt das Rettungsboot rückwärts von der Insel abzulegen. Als ob dies nicht…
-
44 Tage autark #37: Die raue Schönheit
Die raue Schönheit von Wasser und Land im Übergang. Der morgendliche Blick in die Vorhersagen für den heutigen Tag ist positiv. Etwas mehr Wind und keine wesentlich höhere Welle. Im Morgengrauen lichten wir den Anker, die Fahrt geht vorbei an…
-
44 Tage autark #36: Letzte Etappe vor dem Kapp
Ein sicherer Ort für die kommenden Stürme, vor oder nach dem Kapp? Die Frage, wann wir das „Westkapp“ Stadlandet umrunden, steht heute vor der Abfahrt auch wieder im Raum. Falls wir es nicht umrunden, würden wir uns in einem der…
-
44 Tage autark #35: Schuhe der Grenzpolizei gehören nicht ins Boot.
Eine skurrile Begegnung an diesem einsamen Ort. Um 8.30Uhr klingelt der Wecker und reisst einem aus dem wohligen Tiefschlaf. Müde stehe ich auf und beginne Tee zu kochen. Da ruft David aus der Koje „ich glaube, wir segeln heute nicht…
-
44 Tage autark #34: Kargheit
Spiel der Wellen und Felsen, weisser Schaum im dunklen Meer. Eine schroffe, karge Landschaft prägen die heutige Segeletappe. Wälder sind kaum mehr zu sehen, auch Büsche oder grüne Wiesen sucht man vergebens. Fels und gelbgoldenes Gras sind vorherrschend, kaum ein…
-
44 Tage autark #33: Im Hexenkessel
Sturm mit über 44 Knoten, Fallböen und extreme Düseneffekte. Kaum aus der Bucht stehen auch schon 30kn auf der Windanzeige. Wir setzen das Gross im 2. Reff gefolgt vom Klüver.Und schon saust die Aroha munter los. Jedoch muss ständig etwas…
-
44 Tage autark #32: Der selbe Mond
Mondschein – Der selbe Mond von unterschiedlichen Orten der Welt. Eine geräuschvolle Nacht erleben wir im nächtlichen Sturm. Julias Badehose ist sicher verstaut nach dem gestrigen Sonnenuntergangsbad. So stören immerhin keine Sorgen um die Badehose den Schlaf.Wenige Meter über unserem…
-
44 Tage autark #31: Ein sicherer Ankerpunkt für die Entdeckung neuer Gewässer
Segeln als Lernfeld von körperlichen und mentalen Herausforderungen. Heute spüre ich (Julia) eine Müdigkeit vor allem in den Beinen. Während dem Segeln ist der Körper permanent am Ausbalancieren, ob im Sitzen oder im Stehen. Dafür haben wir auch unsere Hängematte,…
-
44 Tage autark #30: Rasant unterwegs
Mit viel Wind und vollem Tuch an Bergen vorbei richtung Norden. Der Nebel hängt in den Bäumen. Laut knatternd startet der raue Motor eines kleinen Fischerbootes am Ufer. Ein orange gekleideter Mann fährt in seinem weissen Boot zu seinen Krabbenkörben….
-
44 Tage autark #29: Seltsames Fischereizubehör
Unser Milchprodukte-Regal leert sich langsam und der Wind trägt uns in den Norden. Die ersten Lichtstrahlen zeigen die Insel vor uns in einem ganz neuen Kleid. Ohne Schnee, der braun-grüne Waldboden kommt zum Vorschein. Wir legen ab und fahren langsam…
-
44 Tage autark #28: nächtlicher Sturm
Was man in einem nächtlichen Sturm so denkt. Für die heutige Nacht sind 30-40kn angesagt. Der Wind steht direkt auf das Heck der Aroha und so wird uns wohl eine geräuschvolle Nacht bevorstehen. Der Windgenerator heult, die Aroha wiegt sich…
-
44 Tage autark #27: Wer sucht seine Lampe in der Uferböschung?
Die weisse Präsenz neben der Linse und der Anfang einer Lampe. Beim Korrekturlesen des letzten Beitrages ist aufgefallen, dass wahrscheinlich die wenigsten von euch eine Lampe in der Uferböschung suchen würden und dies vielleicht der Erklärung bedarf.In Arohas Innenleben sind…
-
44 Tage autark #26: Die Anemonen
Leuchtend – rot in der winterlichen Landschaft und die Suche nach einer Lampe. Ein roter Punkt ist am Steg ca. 20 cm unter der Wasserlinie. An diesem Tag leuchtet er scheinbar besonders rot, er zieht förmlich die Aufmerksamkeit auf sich….
-
44 Tage autark #25: Ruhe
Wasser verbindet, belebt und lebt. Die Ruhe der schönen Wintertage. Die Ruhe im Winter. Wir erfahren hier den Winter als Zeit des Rückzuges, der inneren Ruhe. Bäume und Pflanzen sind in sich zurückgezogen, wie ein Ruhen in sich selbst. Die…
-
44 Tage autark #24: Der Drang des Erklärens
Die Schublade des Unerklärlichen entsteht erst durch das Erklären. (Traum) Ein grosses Kommen und Gehen von vielen Menschen und berührend-lustige Begegnungen finden in bunten Räumen statt (von pink bis dunkelgrün ist alles dabei). Mittendrin steht die Aroha an Land und…
-
44 Tage autark #23: Was liegt unter der Schneedecke? Eine neue Insel
Man kann nie wissen, woraus ein Untergrund besteht und was somit dein Standpunkt ist. Unter dem Schnee kann sich alles mögliche verbergen. Felsen, Löcher, Wasser oder auch nur eine saftige, weiche Moorpfütze. Bereits in der Nacht sehen wir aus den…
-
44 Tage autark #22: vereiste Knoten
Der Sinn der Worte liegt stets beim Auswerten des Hörers. Die morgendlichen Vorbereitungen zum Ablegen gehen gut voran, kommen jedoch bei der Vereisung ins stocken. Nach dem Zubereiten des Frühstücks, das wir unterwegs essen werden, und die Abdeckungen draussen bereits…
-
44 Tage autark #21: Anders als gedacht
Schneefall und Wellnessoase bei eisig-windigen Bedingungen. Die Badeplattform wird zur Wellnessoase bei 0 Grad und Wind. Heute gibt es (für Julia) ein Bad inklusive anschliessender Warmwasser Dusche auf dem Heck in Form eines Kruges mit Warmwasser. Dies während David Starlink…
-
44 Tage autark #20: Es entsteht, was entsteht
Von der Idee bis zur Fertigstellung – Der Schiffsbau und Wassermühlen Die Temperaturen sind wieder in den positiven Bereich gewandert, es tropft vom Mast und von den Bäumen.Wir wandern den schmalen Pfad dem Bächlein entlang. Im Rucksack befindet sich eine…
-
44 Tage autark #19: Rundumblick
Über den Umzug von Äpfeln und Gemüse und der Blick ans gegenüberliegende Ufer. Eine aussergewöhnliche Häuserreihe liegt am anderen Ufer der Bucht. Aussergewöhnlich grosse und bunte Bootshäuser. Während wir über die rutschende Brücke vom Schwimmsteg an Land gelangen, haben wir…
-
44 Tage autark #18: Geh mit dem, was ist
Geh mit dem, was ist.Es ist schöner sich am Schnee zu erfreuen, als Schnee und Eis vom Schiff zu kratzen. Es ist ruhig nur der Schnee knirscht unter den Schuhen. Eine Stille, die der Schnee über die Landschaft legt. Da…
-
44 Tage autark #17: Verletzlichkeit
Die Verletzlichkeit des Lebens. Das Eis schliesst uns ein. Es kratzt und scharrt am Rumpf im Morgengrau. Der Blick durch die Fenster im Heck auf die scheinbare Wasseroberfläche lässt durch die verschlafenen Augen erkennen, dass diese Wasseroberfläche anders aussieht als…
-
44 Tage autark #16: Gemeinschaft zum Neujahrsmorgen
5 Frauen lachen, reden und baden und zusammen mit der Sonne bringen sie Leben in dieses frische Jahr. Es lacht und redet laut auf dem Steg. Der Blick durch das Salonfenster zeigt, dass der Ursprung dessen von 5 älteren Frauen…
-
44 Tage autark #15: Die Ziele im Eis
Das Ziel des Nordens liegt in der Gegenwärtigkeit. Zuerst tanzen die Schneeflocken, dann fällt prasselnder Regen und zum Schluss legt sich eine Eisschicht über Aroha.Ursprünglich wollten wir an diesem Tag weiter in den Norden segeln. Doch wegen dem angekündigten Niederschlag…
-
44 Tage autark #14: Im Trinkwasser wird nicht gebadet.
Im Trinkwasser wird nicht gebadet.Und unter dem Felssturz wird nicht gewandert. Die Wanderung steht unter dem Element Wasser. Wasser auf dem Weg, Wasser in Form von Bächen und Seen, Wasserenergie in Form von verlassenen Wassermühlen.Erstaunt lesen wir an einem Stausee…
-
44 Tage autark #13: im Reich der übergrossen Gegenstände
Wanderwege und gigantische Gegenstände entdecken. Morgens sitze ich (Julia) im Salon, trinke Tee, schreibe einen Text und mein Blick schweift immer wieder durch die Salonfenster ans Ufer. Ein Spaziergänger mit Hund läuft in die vermeintliche Sackgasse, aber ich sehe ihn…
-
44 Tage autark #12: von der Technik zur Kulinarik
Von der Technik in einer Blauwasseryacht bis zur Kulinarik. Ein sehr dunkler Tag. Tatsächlich haben wir auch mittags noch das Gefühl es ist Dämmerungszeit. Der Regen und der Niesel wechseln sich ab, ununterbrochen fällt Feuchtigkeit vom Himmel.Solche Tage sind wirklich…
-
44 Tage autark #11: Die weiss schäumende Gischt in der Brandung
Über die Brandung zum Nordseegeschaukel und ein Resultat abends im Ofen. Wieder ging es früh los. Das Frühstück wartet unter dem Deckshaus, während die Ankerwinsche die 80m Kette vom Grund zieht und säuberlich in den Ankerschrank verstaut und ein paar…
-
44 Tage autark #10: Hochspannungsleitungen
Weisst du, wie sich Hochspannungsleitungen anhören? Dieses geladene, nervöse Surren und Rauschen, das anscheinend auch abhängig von Luftfeuchtigkeit oder Niesel ist. Es ist ein unangenehmes Gefühl mit dem Aluminiummasten des eigenen Segelschiffes wenige Meter unter dieser Hochspannung zu stehen.Die Einfahrt…
-
44 Tage autark #9: Vorbereitung
Welle, Wind und laut blöckende Schafe in der Tropennacht. Müde Glieder schaukeln Richtung Norden. Es lacht und redet noch lange im Heck des Schiffes. Es ist warm, viel zu warm. Irgendwann stehe ich (David) auf, und drehe den Ofen runter…
-
44 Tage autark #8: Der Stern am Nachbarshügel
Nach 7 Tagen Liegezeit lässt der Wind ein Zeitfenster beginnend an Heilig Abend für die Fahrt Richtung Norden. Die letzte Leine wird an Deck gezogen.Von den angesagten bis zu 30kn ist nicht viel zu merken. Das selbe Spiel Landleinen lösen,…
-
44 Tage autark #7: phänomenale Stimmung
Ein Tag mit phänomenaler Stimmung und Projekte finden ihren Abschluss. Die Sonne scheint und zusammen mit dem Wind trocknet sie die Sachen, die von der „Wasserwanderung“ noch nass waren. Es ist immer wieder erstaunlich wie schnell Sachen im Wind trocknen,…
-
44 Tage autark #6: Luft
Der Windgenerator vertont die Luft und Luft sucht den Weg aus dem Kühlkreislauf. Nach einer durchgeklatschten und windgehäuften Nacht, was der Windgenerator auch prächtig zur Vertonung brachte, ging es in einen grauen regnerischen Morgen.Geschickt fanden wir eine Pause zwischen den…
-
44 Tage autark #5: Luft
Regen, Hagel und Wind am kürzesten Tag des Jahres. Tag ist etwas übertrieben, die wenigen Stunden der Helligkeit vergingen in ununterbrochenem Regen und seitlich anrollenden Winden.Motiviert trat ich (Julia) den Weg ins Wasser an, doch bereits auf dem Heck der…
-
44 Tage autark #4: Ungeplantes hüfttiefes Kaltbaden
Die Füsse begraben ihre Hoffnung trocken zu bleiben. Wir verlassen das Schiff. Unser Plan ist es die kleine Insel an der wir liegen zu fuss zu verlassen und auf der grösseren „Hufeiseninsel“, die uns beinahe umschliesst, zu wandern. Zwischen unserer…
-
44 Tage autark #3: Im Kehrwasser des Windes
Im Kehrwasser des Windes. Gut geschützt hinter der Insel. Exakt hinter der Insel liegen wir bei unserem aktuellen Sturm (in den angekündigten Spitzen von 62kn, 11 Beaufort und 114km/h). Das Hochplateau und die Bäume fangen den Wind ab, was bei…
-
44 Tage autark #2: Regen, Wind und müdes Gemüse
Fröhlich klatschen und knallen die Wellen an den Rumpf. In den Böen wiegt sich die Aroha sanft in den zahlreichen, straff verspannten Leinen.Geschichten von früher ziehen in die Gegenwart und nutzen diese wachen, nächtlichen Stunden um gesehen zu werden. Auffallend…
-
44 Tage autark #1: Einkaufen, Verstauen und Wäsche waschen
Ausstecken des Stromkabels und lösen der Leinen im Gästehafen von Jorpeland. Nach drei Tagen im Hafen, die unter dem Motto Einkaufen, Verstauen, Wäsche waschen und Entfeuchten gestanden haben, machen wir uns auf den Weg für die nächsten 44 Tage. Es…













