Eine skurrile Begegnung an diesem einsamen Ort.
Um 8.30Uhr klingelt der Wecker und reisst einem aus dem wohligen Tiefschlaf. Müde stehe ich auf und beginne Tee zu kochen. Da ruft David aus der Koje „ich glaube, wir segeln heute nicht weiter“. Regen ist hinzugekommen und die Windvorhersage hat zugenommen, was sich durch den böigen Wind von den Berghängen bemerkbar macht, der schon seit unserer Ankunft das Schiff ordentlich am Anker schwoien lässt. So studieren wir im Bett die verschiedenen Modelle zu den Wind- und Wellenvorhersagen, die erstaunlich hohe Differenzen aufweisen.
Es folgt gemütliches Kochen und Essen um uns wieder etwas aufzufuttern.
Gerade als wir gemütlich im Salon liegen, hören wir Stimmen gefolgt von lautem Gepolter. Erstaunt sehen wir durch die Fenster eine ganze Horde uniformierter Beine auf die Aroha sprinten, die schlussendlich die Besitzer alle ins Cockpit tragen.
Es haben gerade sechs Personen der Grenzpolizei die Aroha geentert und zwei weitere bleiben auf ihrem Schnellboot und halten die Stellung.
Und so sehen wir im Cockpit die vielen noch vom Adrenalin der Aktion gekennzeichneten Gesichter, was uns jedoch nicht hindert sie herzlich auf der Aroha willkommen zu heissen, obwohl sie sich offensichtlich das Willkommen schon genommen haben.
Sechs Leute mit mehreren Waffen am Gürtel stehen etwas ratlos im Cockpit. Es macht ganz den Anschein, dass wir ihre Erwartungen nicht erfüllen. Wiederholt kommt die Frage, wie viele Personen wir seien und sogleich steuert der Vorderste in den Eingang um das Boot umgehen kontrollieren zu können. David ermahnt ihn doch seine nassen Schuhe auszuziehen. Es folgen verwunderte Blicke auf die Eichenböden und dem vielen Holz, dass durch den Eingang sichtbar ist.
Eine gefühlte Ewigkeit können wir beobachten wie ein innerer Zwieschpalt abläuft. Einerseits den (vermutungsweise) Auftrag, das Bootsinnern so schnell wie möglich zu kontrollieren und zu sichern, andererseits das Zwischenmenschliche, das bemerkt, dass man nicht mit nassen Schuhen auf so einem Holzboden geht.
Wiederholt werden wir gefragt, ob wir nur zu zweit an Bord sind. Und als wir auch keine Drohne an Bord haben, zieht er bereitwillig die Schuhe aus, um anschliessend selbständig jeden Raum zu inspizieren. Wobei sich die Frau im Entergespann an den Tisch setzt und beginnt unsere Ausweise und Schiffspapiere zu kontrollieren.
Die vier Mann im Cockpit stehen etwas ratlos in der Gegend rum, die Frau erfreut sich an unseren Ausweisen und Papieren und der Wärme im Boot, währenddem der Führende einen besonderen Gefallen an unserem Stauraum findet.
Als er schliesslich an dem doch sehr spannenden Raum das Interesse verliert, kehrt er inzwischen viel entspannter in den Salon zurück mit der Frage, ob wir eine Drohne an Bord hätten. Die Antwort ist natürlich immer noch die selbe und blieb die selbe auch als jedes mögliche Missverständnis, was eine Drohne ist, beseitigt ist.
Im Cockpit folgt vom Inspektor eine ausführliche telefonische Rapporttmeldung. Und es macht den Anschein, dass sie auf weitere Anweisungen warten. Anschliessend erklärt er uns, dass sie eine nicht identifizierte Drohne, die Daten illegal sammelt, suchen und ob wir etwas gesehen hätten. Die Drohne / unbekanntes Flugobjekt sei ebenfalls über unserem Boot gesichtet worden.
Sehr höflich bedanken sie sich bei uns und reisen entspannt und etwas frustriert wieder auf ihr Speedboot und rauschen im Vollkaracho aus der Bucht.
Es macht doch den Anschein, dass die Aroha und wir nicht das waren, was sie erwartet haben. Und sie davon ausgingen, sie könnten den Ursprung des Flugobjekts ausfindig machen.
Ein doch ziemlich skurriler Besuch an diesem einsamen Ort. Es ist gut möglich, dass in dieser Gegend besondere Interessen bestehen. Uns ist auch ein Radargerät auf der Hinfahrt aufgefallen.
Spannend war, dass Auslaufen der geplanten Aktion bei der Begegnung mit uns im Cockpit, was sich in den etwas ratlosen Gesichter offenbarte und in dieser Zeitspanne, in der keiner recht wusste, was zu tun sei.
Und so kreiseln wir am Anker gemütlich weiter in den starken Böen zwischen den schroffen Bergen. Und wir sind um eine interessante Erfahrung reicher.
In diesem Sinne, man kann nie wissen, was im nächsten Augenblick geschieht.





