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44 Tage autark #38: Gewohnheiten

Gewohnheiten

In der Hängematte zu liegen ist schöner als an die Finger zu frieren.

Pünktlich als der Anker gelichtet ist und wir Kurs auf die Ausfahrt der Bucht nehmen, beginnt das Rettungsboot rückwärts von der Insel abzulegen. Als ob dies nicht schon genügend Boote sind, kommt von vorne die Fähre in die Bucht gefahren.
Nun ist auch klar, warum das Rettungsboot vom Fährsteg ablegt, da ja die Fähre diesen zum Anlegen benötigt. So geben wir Gas, weichen nach Backbord aus und machen uns schnell aus dem Wasser.

Gemütlich löffeln wir im Cockpit unser Frühstück und halten Ausschau nach der angekündigten Sonne. Die Schale ist inzwischen halb leer, die Sonne nicht da, dafür steht ein eisiger Wind.
Trotz Handschuhen beginnen die Finger taub zu werden. Es ist richtig kalt. Und so wird diese Gewohnheit obgleich schöner Schneeberge durchbrochen und das Frühstück nach Innen verschoben. Drinnen ist es dank dem neuen Gebläse angenehm warm, und die Ausschau kann auch gut gehalten werden. David hängt in der Hängematte, ein Ort wo man gut die Instrumente überwachen und bedienen kann. Sowie eine relativ gute Sicht nach draussen gewährt. Nebst dem praktischen Nutzen ist es auch richtig spassig im fahrenden Schiff in der Hängematte zu liegen.
Spannend, was man alles aus Gewohnheit tut, obwohl sich die Umstände geändert haben. Hast du Gewohnheiten, die nicht mehr den aktuellen Umständen entsprechen?

Und so fahren wir gemütlich dahin und schmieden Pläne, dass morgen Wanderwetter wäre. Da ein grosser Sturm im Anmarsch ist, wäre dies die letzte Möglichkeit für eine längere Zeit. Nicht nur weil wir bei Sturm das Schiff nicht alleine lassen wollen, sondern da in den Bergen grosse Mengen an Schnee zu erwarten sind.

Irgendwo atmet es aus dem Wasser und der Blick in die entsprechende Richtung zeigt ein höchst neugieriger Robbenkopf, der unsere Einfahrt in die Inselgruppe genauestens inspiziert.
Beim leichten Eindunkeln fahren wir in unsere geplante Bucht ein.
Die erwartete Boje ist tatsächlich vorhanden, auch wenn sich diese bei genauerer Betrachtung als sehr fragwürdig herausstellt.
Nun heisst es Beiboot aufpumpen und ins Wasser kranen. Diese Aktion dauert doch etwas länger, da der Spiegel des Beibootes noch für den Einsatz fertig gestellt werden muss. Irgendwann schwimmt das Beiboot mit dem grossen Aussenborder, jedoch ist es inzwischen bereits dunkel. Und so geht es kreuz und quer mit der Taschenlampe durch die Bucht, immer auf der Suche nach den grössten Steinen und schönsten Bäumen um die Aroha sicher mit Landleinen zu vertäuen.
Rechterhand ist eine Felswand und das Leinen befestigen ist sehr schwierig. Da wir nicht die ersten sind, denen dieser Missstand auffällt, sind optimalerweise bereits zwei Leinen vorbereitet. Diese liegen unten am Ufer bereit, um unsere Leinen daran anzuknüpfen.
Passend zur heutigen Kälte treffen wir uns heute um 20.00 Uhr zum Austausch über die Kälteexposition in unserer Community FeurigesEis. Ein ziemlich langer Tag, doch wir möchten ja morgen wandern und so sind wir motiviert noch alles zu erledigen, was bis um 1.30 Uhr dauert.
Ein erholsamer Schlaf euch allen.

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