Was beim Müll entsorgen alles passieren kann und über geodätische Kuppeln

eine geodätische Glaskuppel ist in einer Abendstimmung am Ufer des Meeres zu sehen.

Wie verhält man sich, wenn man durch die Welt spaziert und alles zum ersten Mal sehen würde?

Wie verhält man sich, wenn man durch die Welt spaziert und alles zum ersten Mal sehen würde? Also ich (Julia) weiss es nicht und ich kann es – dieses Lebensgefühl – auch nicht auf Knopfdruck herstellen. Aber gestern, so fällt mir am Abend auf, bin ich vielleicht mit unserem Müll so durch den Hafen spaziert. Menschen sind mir auf der Pier begegnet. Der Fischer, die Frau mit dem 5 monatigen Welpen und ein Mann mit Schläuchen im Gesicht und einer Maschine an der Hüfte. Sie alle haben gestrahlt, mit der Frau habe ich ein paar Worte gewechselt über den Welpen. Ob Norwegisch oder Englisch kann ich mich nicht erinnern, irgendwie versteht man sich ja eigentlich ohne Worte. Momente der Begegnungen, die berühren. Durch die Welt gehen in der Haltung vom Besten auszugehen ohne Erwartungen zu haben. Das ist wie der Seiltänzer, der über sein Seil balanciert. 

Abends war ich traurig. Irgendwie fühlte ich mich einsam. All diese Menschen in der Stadt zu sehen, war wunderschön. 
– Miteinander Probleme lösen. Mit dem Postboten: wie bringen wir am einfachsten die drei Pakete mit Gesamtgewicht von über 60kg in den Hafen, 
– Lachen zwischen den Supermarktregalen mit einer andere Kundin, wer jetzt an der „Kreuzung“ zuerst mit dem Wagen vorbei gehen darf, 
– oder einfach den Zahlungsvorgang an der Kasse abwickeln. 
Sehen, was im Miteinander gerade ist und entsteht. Das muss nicht immer ein lachen sein, einfach echt sein und den anderen da lassen, wo er ist und wo man selbst ist. Das schätze ich sehr an Norwegen. Hier gibt es keinen Verkäufer, der ein aufgezwungenes Lächeln zeigt. 
Und so kommen mir abends die „virtuellen“ Kontakte in den Sinn. Vielleicht sind wir ja über diese Art, des „öffentlichen Tagebuches“ mit mehr Menschen verbunden als wir wissen und sehen? Wer auch immer du bist, es interessiert uns und wir freuen uns über deine Nachricht, egal wie kurz sie ist. 

Vor fast einem Monat hat sich eine andere magische Begegnung zugetragen. Eine Glaskuppel liegt fast surreal am Ufer neben einem kleinen Wald. Die Spiegelungen des Glases zaubern mit den Farben des Himmels und der Umgebung. Nur ansatzweise zu erahnen liegt darin ein Lehmhaus, umgeben von Pflaumen-, Aprikosen-, Kirschen-, Apfel- und Feigenbäumen. Die Glaskuppel ist Gewächshaus und Wohnraum der sechs-köpfigen Familie Hjertefolger. Mit 24 Jahren hat die Familie den Dom aufgestellt und dann innert zwei Jahren das Lehmhaus im Schutz der Glaskuppel gebaut. Viele Menschen haben ihnen gesagt, ihr seid verrückt, das Konzept des Hauses funktioniert nicht oder die Behörden bewilligen das nicht. Und sie sind ihrem Herzen gefolgt. 

Seit fast 11.5 Jahren leben sie in diesem schönen Ort. 
Heute stehen die Menschen bildlich gesprochen Schlange um ihr Zuhause zu besichtigen. So ging auch unsere Nachricht, die wir zwei Wochen davor an sie geschickt haben, in der Masse unter. Da die Glaskuppel aber exakt auf unsere Route liegt, wollen wir sie uns nicht angehen lassen. Wir sind – wie wir später erfahren – auch nicht die Ersten, die auf die Idee kommen, vor ihrer Küste zu ankern. Wir essen im Cockpit und machen uns Gedanken, wie wir die Aufmerksamkeit auf uns ziehen bei jemandem der fast 20’000 Follower hat. 
Die Aroha hat in der Zwischenzeit ganz ohne unser Zutun ihr Bestes gegeben. Auf Instagram sehen wir wie IngridMarie Hjertefolger unsere Aluperle gefilmt hat und darüber geschrieben hat „Ich mag dieses Boot :-)“ Perfekt. „Und wir euer Haus“ ist unsere Antwort. Und schon sind wir zum hauseigenen Apfelkuchen eingeladen. Kurz später sind sie an Bord und besichtigen unsere Aroha. Gemeinsam paddeln wir zurück zum Ufer, essen Apfelkuchen und besichtigen nach 22.00 Uhr noch den Holzdom ihrer Schwester, der 10min Fussweg entfernt liegt. 
Ein Abend der viel Lebendigkeit, Spontanität und Wärme hinterlässt. Begegnungen, die bestärken, welche Kraft es hat, seiner Intuition zu folgen. Wer mehr über die beiden und ihr Leben mit der Permakultur über dem Polarkreis erfahren möchte, findet sie auf Instagram unter dem Namen @im_hjerte und @instantyogi. „Liebe ist warum ich hier bin“, so der Titel ihres Accounts. 

Es geht nicht um das Haus, nicht um die Materie. Es geht um die wunderbaren Menschen, die dieses Haus beleben. Vielen Dank für eure Zeit und eure Energie.

Dies war Ende Juli über dem Polarkreis. Seit etwas mehr als einer Woche sind wir wieder geladen in einem Raum mit nächtlicher Dunkelheit, üppiger Vegetation und verhältnisweise viel Zivilisation. Bald kommen Freunde zu uns an Bord und Mitte September gibt es ein Treffen an Land, bei dem wir in der Natur über dem Feuer kochen werden. Also eine Zeit mit viel Zusammensein, bewegenden Gesprächen und spannenden Gerichten in den Kochtöpfen.

Wir freuen uns. 

Habt eine gute Zeit, alles Liebe.

Momente der gemeinsamen Freude wünschen dir
Stefanie Julia und David mit Aroha

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